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Die neue Bauordnung raubt Bäumen den Lebensraum

Leserbrief in der Wiler Zeitung vom 27.10.2020:


Die neue Bauordnung raubt Bäumen den Lebensraum Mit dem neuen kantonalen Planungs- und Baugesetz entfällt der grosse Grenzabstand, d.h. je nach Zonenzugehörigkeit beträgt der Grenzabstand in der Gemeinde Degersheim neu einheitlich vier oder fünf Meter. Gemäss Regelung der Grenzabstände für Pflanzen gilt im Kanton St. Gallen für hochstämmige Bäume ein Grenzabstand von sechs Metern. Bäume haben damit in der Bauzone keine Existenzberechtigung mehr und werden mit der Zeit verschwinden - obwohl sie als Schattenspender und Lebensraum für Tiere von grosser Bedeutung sind. Auch als natürliche Klimaanlagen werden sie in künftig noch wichtiger und binden CO2. Ohne griffige Massnahmen wird das heutige Grün der Bäume aus den Wohnquartieren immer mehr verdrängt. Der neue Zonenplan von Degersheim sieht innerhalb der ganzen Bauzone keine Freihalteflächen (bisher Grünzonen) vor - trotz geplanter massiver Verdichtung, die künftig das Doppelte und mehr an Ausnützung je Grundstück zulässt! Selbst das Bahnhofpärkli wird einer baulichen Schwerpunktzone zugewiesen, die gemäss kantonalem Baugesetz «eine Neuüberbauung von Siedlungs- gebieten, die zur Umstrukturierung bestimmt sind» ermöglicht. Seit 25 Jahren leben wir in einer verdichtet gebauten Wohnsiedlung und befürworten aus Überzeugung eine massvolle Verdichtung. Gemäss dem Bundesgesetz über die Raumplanung sollen Siedlungen jedoch auch «viele Grünflächen und Bäume enthalten». Mit dem vorliegenden Rahmennutzungsplan (Zonenplan und Baureglement) ist dies nicht mehr gewährleistet - im Gegenteil. Die Devise lautet neu, das Bauen möglichst wenig einzuschränken. Wir stehen ein für ein lebenswertes Degersheim und stimmen deshalb Nein am 29. November zum neuen Rahmennutzungsplan.


Markus und Béatrice Oberholzer, Degersheim


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